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Den Internetzugang prüfen

Webseiten bauen sich nur langsam auf, Sie haben deutliche Verzögerungen (sogenannter lag) bei Ihrem Online Game, beim Anschauen des Videostreams kommt es zu Aussetzern oder starken Artefakten, dann ist das ein Indiz, dass Sie eine langsame Verbindung in das Internet haben. Bekommen Sie beim Surfen im Internet die Rückmeldung, dass verschiedenste Webseiten nicht erreichbar sind, die Internet-Videothek nicht aufgerufen werden kann und eine Anmeldung beim Login Server Ihres Online Games nicht möglich ist, dann ist sehr wahrscheinlich die Verbindung zum Internet unterbrochen. Jetzt direkt den Support Ihres Internetanbieters kontaktieren ist nicht immer die schnellste und zielführendste Lösung, denn die Ursachen können unter Umständen bei Ihnen lokal in Ihrem Heimnetzwerk zu finden sein. Im folgenden finden Sie eine Reihe von Methoden wie Sie Ihren Internetzugang genauer unter die Lupe nehmen können, um im Idealfall einen Fehler in Ihrem Heimnetzwerk direkt zu beheben. Wenn Sie allerdings festellen, dass sehr wahrscheinlich die Fehlerursache bei Ihrem Internetanbieter liegt, dann scheuen Sie sich nicht diesen zu kontaktieren.

Wie die Einleitung, so ist auch der Rest dieses Kapitels in einen Abschnitt bezüglich der Geschwindigkeit (Datenrate) und in einen Abschnitt bezüglich der Verbindung zum Internet an sich strukturiert.

Geschwindigkeit (Datenrate) eines Internetzugangs prüfen

Die Geschwindigkeit (Datenrate) eines Internetzugangs zu prüfen ist einfach. Ein entsprechendes Angebot im Internet aufrufen, den Test starten und das Resultat abwarten. Eine Reihe von Links und mehr Informationen finden Sie in dem Kapitel welches sich generell der Frage widmet wie man in einem Netzwerk einen Geschwindigkeitstest (Speedtest) durchführt.

Ein Resultat mit unerwartet niedrigen Datenraten bedeutet aber noch nicht per se, dass Ihr Internetzugang den Engpass darstellt. Hier eine Reihe von Punkten, um die Lokation des Flaschenhalses näher einzugrenzen.

Hat sich der Verdacht erhärtet, das Ihr Internetzugang die Ursache für die langsame Verbindung in das Internet ist, dann können Sie den Support Ihres Internetanbieters kontaktieren, um zu erfahren ob hier Besserung in Aussicht ist. Bei niedrigen Datenraten im Uplink haben Sie noch die Möglichkeit den Datenverkehr nach Ihren Bedürfnissen im Internet-Router zu Priorisieren, um zeitkritischen Anwendungen Vorrang zu geben. Der letzte Ausweg ist den Internetanbieter zu wechseln, falls ein anderer Internetanbieter, bzw. Internetzugangstechnologie eine bessere Leistung verspricht.

Bild: Prinzip Ende zu Ende Geschwindigkeit
Bild: Prinzip Ende zu Ende Geschwindigkeit

Das obige Diagramm illustriert das Prinzip der Ende zu Ende Geschwindigkeit, welche durch das langsamste Glied in einer Kette bestimmt wird. Es ist nur ein Beispiel, doch es ist nicht unrealistisch. Bei schlechter WLAN Verbindung kann diese im Downlink den Engpass bilden, aber im Uplink ist eventuell immer noch der Internetzugang der limitierende Faktor. Folgender Fall ist etwas seltener kommt aber auch in der Praxis vor. Ist ein Server durch viele Anfragen ausgelastet, dann kann dieser trotz Anschluss mit Gigabit Datenraten zum Engpass werden. Ein Umstand den so mancher Computerspieler kennt, wenn der Ansturm auf ein neues Online Game so groß ist, dass die Netzwerkinfrastruktur des Spieleanbieters nicht mehr mitkommt. Denn bei zehntausenden oder gar hundertausenden von gleichzeitigen Verbindungen, sind auch Datenraten im niedrigen Gigabit Bereich schnell nicht mehr ausreichend.

Die Internetverbindung prüfen

Haben Sie den Verdacht, dass die Verbindung in das Internet unterbrochen ist, dann sollte Ihr erster Blick dem Internet-Router, bzw. dem Splitter/Modem gelten. Wird dort per LED angezeigt, dass das Gerät keine Verbindung zu Ihrem Internetanbieter hat, dann haben Sie die Ursache schon gefunden. Zeigt Ihr Gerät aber an, dass die letzte Meile Ihres Internetzugangs eigentlich funktionieren sollte, dann wird es etwas schwieriger. Bevor Sie nun den Support Ihres Internetanbieters kontaktieren, sollten Sie erst einmal weitestgehend auszuschließen, dass das Problem in Ihrem eigenen Heimnetzwerk liegt.

Wenn Sie Ihren Internetzugang neu installiert und eingerichtet haben, dann ist es eine gute Idee als nächstes zu prüfen, ob Ihre Installation wirklich korrekt ist. In der Regel liefert Ihnen Ihr Internetanbieter eine detaillierte Beschreibung, wie die Installation für Ihren Internetzugang zu erfolgen hat. Gehen Sie basierend auf dieser Beschreibung systematisch die Installation durch, startend Sie mit der Anschlussdose Ihres Internetanbieters:

Ist die Installation nach bestem dafürhalten ok, dann haben Sie noch die Möglichkeit systematisch Ihre Netzwerkverbindungen über das Senden von Datenpaketen zu prüfen. Zentrales Werkzeug hierfür ist “Ping” und “Traceroute”. Der Ansatz ist, startend mit einem Computer, so nach und nach die Netzwerkverbindungen bis in das Internet zu prüfen, um die Fehlerursache näher zu lokalisieren.

  1. Setzen Sie einen Ping auf die sogenannte Loopback IP Adresse Ihres eigenen Computers ab. Diese Adresse lautet 127.0.0.1.
    • Wenn ein Datenpaket an die Loopback Adresse gesendet wird, dann sendet der Computer das Datenpaket an sich selbst. Ein erfolgreicher Ping bedeutet, dass die Netzwerkschnittstelle Ihres Computers auf Internet Protokoll Ebene und höher im Prinzip funktioniert. Scheitert ein Ping schon an dieser Stelle, dann gibt es sehr grundlegende Probleme mit den Netzwerkfunktionen Ihres Computers.
  2. Setzen Sie einen Ping auf die interne IP Adresse Ihres Internet-Routers ab. Die ab Werk eingestellte interne IP Adresse einer Fritz!Box ist 192.168.178.1. Konsultieren Sie im Zweifelsfall die Dokumentation Ihres Internet-Routers. Andere Internet-Router können ab Werk eine andere IP Adresse eingestellt haben (z.B: 192.168.1.1), bzw. eventuell wurde die Konfiguration Ihres Internet-Routers auf eine gänzlich andere Adresse geändert.

    • Ist der Ping erfolgreich, dann hat Ihr Computer eine Verbindung bis zu Ihrem Internet-Router. Wenn nicht, dann gibt es schon ein Verbindungsproblem innerhalb Ihres Heimnetzwerkes. Prüfen Sie Ihre Ethernet, WLAN oder PowerLine Verbindungen. Prüfen Sie das Ihr Computer eine zum IP Adressbereich Ihres Internet-Routers passende IP Adresse hat.
  3. Versuchen Sie einen Traceroute auf eine beliebige Ihnen bekannte IP Adresse im Internet. Haben Sie keine IP Adresse parat, dann können Sie auch ein, zwei beliebige Adressen in Namensform versuchen.

    • Bekommen Sie wenigstens ein weiteres Gerät nach Ihrem Internet-Router durch einen Traceroute angezeigt, dann besteht eine Verbindung zu Ihrem Internetanbieter. Scheitert der Traceroute, dann besteht ein Verbindungsproblem zu Ihrem Internetanbieter und der Support von diesem sollte Ihnen weiterhelfen.
  4. War ein Traceroute über eine bekannte IP Adresse erfolgreich, dann können Sie den Tracerouter, einen Ping oder einen nslookup mit der Namensform des gleichen Ziels wiederholen.

    • War der Traceroute unter 3. mit einer IP Adresse erfolgreich, aber der Traceroute/Ping/nslookup zum gleichen Ziel scheitert mit der Verwendung eines Namens, dann funktioniert die Namensauflösung (DNS) nicht. Falls Sie selbst einen eigenen DNS Server betreiben, dann können Sie Ihr Augenmerk in diese Richtung lenken. Im Normalfall nutzen Sie einen DNS Server Ihres Internetanbieters und der entsprechende Support wäre jetzt wieder der richtige Ansprechpartner. Das ist auch der Grund warum es in den meisten Fällen keinen Unterschied macht ob Sie unter Punkt 3 eine IP Adresse verwenden oder einen Namen, denn wenn der Traceroute scheitert ist in der Regel Ihr Internetanbieter der nächste Ansprechpartner.